Ende gut, alles besser?

Nicht immer muss etwas gut ausgehen, damit es auch gut istzu diesem Schluss sind die Kinder der kleinen“ Theater AG nach ihrer einjährigen Arbeit gekommen und sie haben dies auch eindrucksvoll bei den beiden Aufführungen bewiesen.

Zu Beginn der AG war alles noch ganz entspannt. Es wurde gelacht, geübt, gefilmt und improvisiert. An ein abendfüllendes Theaterstück war noch gar nicht zu denken. Erst lernten wir z.B., wie groß so eine Aula ist und wie schwer es fällt, so laut zu sprechen, dass auch Zuschauer in der letzten Reihe noch verstehen können, was wir zu sagen hatten. Wir quälten uns mit Zungenbrechern und Emotionsausbrüchen bis es dann endlich nach den Herbstferien zum großen Casting kam.

Für jeden der 20 Teilnehmer war eine Rolle im Stück vorgesehen, die große Frage war nur: wer spielte wen? Über die Herbstferien haben wir einzelne Szenen eingeübt, die dann nach den Ferien vorgesprochen werden mussten. Die Aufregung stieg gewaltig, als am Ende gemeinsam entschieden wurde, wer welche Rolle bekam. Natürlich gab es auch traurige Mienen, denn nicht jeder konnte eine Hauptrolle spielen. Und zu diesem Zeitpunkt wussten wir auch noch nicht, wie anstrengend es wirklich ist, den Text für eine Hauptrolle zu lernen, und wie wichtig auch die kleinen Rollen sind.

Die Proben für das Stück zogen sich über den größten Teil des Schuljahres hin und abwechselnd versuchten wir die drei Akte mit Leben zu füllen. Nicht immer fiel uns das leicht, denn wir mussten ja nicht nur Text lernen, sondern auch noch Arbeiten schreiben, Vokabeln pauken und Hausaufgaben machen. Im Winter war es manchmal so kalt, dass es einem schwer fiel, nachmittags mit der S-Bahn in die Röntgenstraße zu fahren und erst im Dunkeln wieder zurück zu Hause zu sein. Manchmal regnete es Hunde und Katzen, manchmal war es viel zu heiß, doch standen wir erst einmal auf der Bühne, waren das Wetter und der Schulstress für kurze Zeit vergessen.

Bereits am Ende der Weihnachtsferien haben wir uns getroffen und an unseren Requisiten gebastelt. Das war ein besonderer Spaß! Meistens wurde mit Kleister und Farbe gewerkelt und entstanden sind ein eindrucksvoller Baum, ein Kaminofen, eine Kommode und ein Bett. Nach und nach gab es Kostüme, die wir auch mit unseren Sachen von zu Hause ergänzten, und so langsam wurde aus einem abgedruckten Text, eine richtig lebendige Geschichte.

An mehreren Stellen musste auch Frau Lindner lernen, dass Kinder und Jugendliche nicht immer so redeten, wie sie es im Stück vorgesehen hatte, und so änderten wir den Text hier und da, bis wir ihn überzeugend fanden.

Dann war der große Tag da! Am 16. Juni 2011 fuhr wohl so jeder von uns mit einem Knoten im Bauch in die Aula. Wir zogen unsere Kostüme an, sorgten für die richtigen Requisiten am richtigen Platz, schminkten uns und überbrückten die Zeit hinter dem Vorhang mit einer Menge kreativer Einfälle: spontane Interviews, Fressattacken auf zahlreiche Süßigkeiten, Tanz- und Comedyeinlagen und so einiges mehr bis sich der Vorhang endlich öffnete.

Ein Jahr Arbeit kam an diesem Abend auf die Bühne und alles lief wie am Schnürchen. Wen störte da eine vergessenen Textzeile hier und da oder eine falsche Requisite? Wir wirkten alle zusammen, so dass am Ende trotz der geringen Zuschauerzahl ein tosender Applaus an beiden Aufführungsabenden für uns der Lohn war.

Unser Fazit: Wir machen das noch einmal und wer Lust hat, kann uns auch in diesem Schuljahr wieder auf der Bühne sehen, wenn der Vorhang aufgeht, die Scheinwerfer an und die (Schul)Welt sich an zwei Abenden mal nur um uns dreht.

Eure kleine“ Theater AG