Unterrichtsprojekte

Interview mit Elijah E. von Dilan Barimou & Nora Wrobel

Elijah ist ein Flüchtling aus Afghanistan, er hat ein Schicksal, welches auch viele andere Ausländer haben, die ihr Land aus unterschiedlichen Gründen verlassen mussten. Elijah ist ungefähr seit seinem 14. Lebensjahr in Deutschland. Heute studiert er Psychologie in Hamburg, doch das ist nicht das einzige. Er ist der Meinung, dass seine Geschichte erzählt werden sollte, und hat deswegen an einem Theaterprojekt mitgewirkt, das die Probleme der Migranten während ihrer Flucht aufzeigt. Er spielt dort einen Jungen, der ein ähnliches Schicksal hat wie er selbst.

Wie alt warst du als du geflüchtet bist?
Wir haben Kabul verlassen, als ich 10 war.

Bist du alleine geflüchtet?
Ich bin mit meiner Familie geflüchtet und wir waren in einer Gruppe von ca. 35 Menschen. Den größtenTeil der Flucht haben wir zusammen verbracht. Teilweise war ich auch alleine z.B. in der letzten Etappe in Moskau.

Wie waren eure wirtschaftlichen Verhältnisse, bevor ihr geflohen seit?
Ich stamme von einer Akademikerfamilie. Man kann sagen wir waren recht wohlhabend. Wir hatten ein Haus in Kabul und viel Land in Laghman. Vieles haben wir durch die Besetzung durch die Soldaten der UdSSR (Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken) verloren. Sie haben meine Familie enteignet. Den Rest hat uns der Krieg genommen.

Wieso hast/habt du/ihr euch für die Flucht entschieden?
Der Mensch möchte leben und überleben. Die Flucht war die einzige Option für meine Familie. Meine Eltern wollten, dass ihre Kinder in Freiheit und Frieden aufwachsen können.

Was hat dir am meisten Mut gemacht diese lange Reise anzutreten?
Der Gedanke daran, dass es eine bessere Welt gibt. Eine Welt mit weniger Tod, weniger Krieg und weniger Leid.

Wie bist du nach Deutschland gekommen? / Wie ist die Flucht abgelaufen?
Wir mussten auf dem Landweg, das heißt größtenteils zu Fuß, durch Asien nach Ost-Europa wandern. Die Reise dauerte 4 Jahre. Schlepper, die meist skrupellose Menschen sind und ihre Dienste für viel Geld anbieten, haben die Flucht organisiert. Am Ende hat etwa nur die Hälfte von unserer Gruppe überlebt.

Musstest du Familienmitglieder in Afghanistan zurücklassen?
Ja, der größte Teil meiner Familie/Verwandten lebt noch dort.

Wie viele Familienmitglieder sind mit dir mitgekommen?
Meine Eltern, drei Geschwister und ich.

Fühlst du dich wohl/akzeptiert in Deutschland?
Akzeptanz ist so eine Sache. Wirklich akzeptiert fühle ich mich nicht in Deutschland und ich muss jeden Tag hart dafür kämpfen, akzeptiert zu werden.
Im Großen und Ganzen fühle ich mich trotzdem sehr wohl in Deutschland.

Wieso fühlst du dich nicht wirklich akzeptiert in Deutschland?

Bereust du es deine Heimatstadt verlassen zu haben?
Die Heimat ist im Herzen. Ich hab nie meine Heimat im dem Sinne verlassen, dass ich nicht zurückkehren werde.
Eines Tages, wenn die politische Situation es mir erlaubt, gehe ich zurück dahin und leiste meinen Teil zum Wiederaufbau.

Wie lange hast du gebraucht, bis du dich gut verständigen konntest?
Deutsch ist eine schwere Sprache. Ich hab 1-2 Jahre gebraucht bis ich mich einigermaßen artikulieren konnte.
Ich bin noch dabei meine Deutschkenntnisse zu verbessern und lerne jeden Tag etwas dazu.

Seit wann hast du den Wunsch Psychologie zu studieren?
Hmm - ich wollte schon immer in dem Bereich Medizin studieren. Da man aber dort mehr mit dem Tod etc. konfrontiert ist, habe ich von meinem Vorhaben abgelassen und mich entschlossen Menschen auf der geistigen Ebene zu helfen.

War es ein harter Weg, den Wunsch wahr werden zu lassen?
Es war mehr als nur hart aber ich bin am Ball geblieben. Ich bin ein sturer Mensch, viele (und dazu gehören auch viele Lehrer) waren der Meinung, dass es unmöglich ist. Ich wollte ihnen gerne das Gegenteil beweisen.

Wie fühlst du dich, wenn du über dieses Erlebnis sprichst?
Mittlerweile ist es okay. Man muss immer lernen mit dem Erlebten umgehen zu können.

Wie hat es sich ergeben eine Rolle, die deinem Schicksal sehr ähnlich ist, in einem Theaterstück zu spielen?
Antonio Ricco, der Autor hat mich angesprochen und fragte mich, ob ich Interesse an "Tariqs Auftrag" hätte.
Wir haben meine Geschichte direkt in die von Tariq einfließen lassen.

 

Was willst du den Menschen mit diesem Theaterstück mit auf den Weg geben?
Ich (bzw. wir) wollten den Menschen die Augen öffnen und eine andere Welt zeigen. Eine Welt in dem die Menschen nichts haben außer sich selbst. Sie erleben jeden Tag aufs neue Krieg, Vertreibung, Hunger und Elend. Sie bezahlen mit ihrem Leben und dem ihrer Kinder. Wir, die mehr Glück im Leben hatten, dürfen diese Menschen nicht vergessen und müssen ihnen helfen. Sei es nur von ihnen zu berichten wie ich es in dem Stück mache oder Geld zu spenden oder einfach die Geschichte weitererzählen.
Die Stimmung in Deutschland wird zunehmend feindseliger gegenüber Fremden und wir entfernen uns immer mehr. Das darf nicht sein.
In dem Stück wird vieles Angesprochen, vieles was ich auch persönlich vertrete. Man darf nie die Hoffnung aufgeben, nie aufhören zu kämpfen und man muss sein Weg weiterlaufen. Egal wie weit und steinig er auch sein mag. Das möchte ich den Menschen mit auf dem Weg geben und das Frieden und Versöhnung besser als Krieg und Hass ist.

Kommentar zum Thema : Migration

Heute ist es wieder passiert. Menschen kommen nach Europa. Sie sind Ein-wanderer, manche auch Flüchtlinge. Diese Menschen hoffen auf ein neues, schönes Leben. Sie möchten arbeiten gehen, in der Schule lernen, vielleicht sogar studieren. Doch einige möchten einfach nicht mehr in Angst leben müssen. Die Einwanderer oder Flüchtlinge kommen häufig aus Nordafrika und sind manchmal noch Kinder. Einige kommen mit der Familie, andere allein.
Kürzlich erst wurde eine Geschichte eines Flüchtlings im Theater gespielt.

Ein junger Afghane wollte allein nach Deutschland kommen. Er wollte von Deutschland aus für seine Familie, vor allem für seine Schwester sorgen. Der Junge tat es wie viele Flüchtlinge und hatte versucht sich in und unter einem LKW zu verstecken. Er musste viele Tage in Angst leben erwischt zu werden und er kettete sich unter dem LKW fest, als dieser die Fähre verließ. Nach einigen Stunden der Autofahrt war der Junge tot. Es war ein Schreck zu hören, dass dies vielen so geht und dass es wahrscheinlich jeden Tag passiert. Nur vereinzelt wird davon in den Medien berichtet, denn dies Schicksal wird schleichend zur Normalität. Doch man sollte die Menschheit aufklären, aufklären über die schrecklichen Dinge, die den Jungen, aber auch Alten widerfahren. Dies wäre für alle wichtig!
Und auch das Einwandern wird zur Normalität. Häufig fragen sich einige Leute, ob es überhaupt einen Unterschied zwischen Flüchtlingen und Einwanderern gibt. Doch, den gibt es. Flüchtlinge verlassen ihr Land, weil sie verfolgt werden, entweder politisch oder durch ihre Religion bedingt. Manche müssen fliehen, weil in ihrem Land Krieg herrscht. Einwanderer allerdings kommen nach Europa, da sie es sehr ansprechend finden. Sie hoffen auf eine gesicherte Zukunft. Dennoch hat man es nicht leicht, wenn man nach Europa kommt. Als Flüchtling muss man Asyl beantragen, doch ob dieses gewährt wird, ist oft fraglich. Einwanderer benötigen ein Visum und/oder einen Auf-enthaltstitel. Doch auch die Sprachkenntnisse der Migranten spielen zusätzlich eine große Rolle. Können die Migranten nicht die erforderliche Sprache, ist es sehr schwer Asyl bzw. andere Papiere zu bekommen. Außerdem äußern sich manche Europäer negativ gegenüber den Einwanderern und Flüchtlingen. Andere wiederum akzeptieren oder begrüßen es, wenn z. B. Deutschland verschiedene - bekannte und unbekannte Kulturen - aufweist.
Jaqueline Fritze , 9c

 

Project music and cultural influences

Hello Ladies and Gentlemen,

Our class from Germany Hanover is very proud to be here with you.

We are the pupils of the Leibnizschule in the 8th grade. We are 12 – 16 years old and in our class there are 11 girls and 17 boys. Some students in our class (or their families) come from foreign countries: Poland / Vietnam / Kasachstan / Brasilia/ Russia and Libanon.

Here comes our project:
We decided to make a project about favourite music and cultural influences. So we prepared a questionnaire and we interviewed people about there national roots and about the music they hear now. We started to interview ourselves in the class and then we asked people in the street. Then we made a diagram to show you our results.
The results of our class:

In our class there are no differences between the students coming from other countries and the students from Germany:

Immigrants
11 persons, 5 female, 6 male
6 persons born in Germany,
5 persons living in Germany since several years (4 -11 years)
Daily hearing music  3 hours
Favourites changed sometimes, but not because of migration
Preferential music styles : Techno/ House / HipHop / R’n’B / Rap / Pop
Language of music most time English (75-100 %)
 

Germans
16 persons, 6 female, 10 male
Daily hearing music  2 – 3 hours
Preferential music styles: Techno / House / HipHop / R’n’B / Pop
Favourites changed sometimes

Language of music most time English (50 – 75 %)

Experiences we made at the poll in the city

With our questionnaire we started in groups of four pupils one morning in the city to find answers about the music-taste of people.
At the poll in the city we have won lot’s of different impressions. We had a lot of fun, but we also learned much about the people we met and about their background story’s which bring them to their likes or dislikes about music.
Often we met people from different countries and they liked the same music as the German people in the same age we asked. The only different was that most of the immigrants like to hear music coming from their home countries.
As we looked for people to interview we often made the experience that it is easier to ask older women or mothers with children for an interview than to ask men. It was also difficult to find a selection of different people for the interview (age, countrie, sex...). Older people often liked the same music: classic, jazz and blues, but mostly classic.
Younger people prefer music in English language.

We hope you got a little aspect in our experiences and will enjoy it.

8a, Leibnizschule

 

Die Islandfahrer sind zurück!

9 Mitglieder unserer Schule hatten das Glück sich 5 Tage in Island aufhalten zu dürfen. Das war nicht nur ein Erlebnis, das von Impressionen durch die überwältigende Natur bestimmt wurde, sondern auch durch Einblicke in das isländische, alltägliche Leben.

Beeindruckend sind der familiär anmutende Zusammenhalt der Isländer und gleichzeitig  ihr individuell gestaltetes Leben. Unsere Schüler erlebten dieses hautnah, da sie  von den isländischen Familien freundlich aufgenommen wurden.

Etwas über die Lebensumstände in Island zu erfahren, war aber nur ein Aspekt unserer Reise : Im Mittelpunkt stand die europäische Begegnung! Alle Partner des Comenius-Projektes trafen sich in Borganes, um  die Ergebnisse des ersten Jahres der Projektes: „Migration And Cultural Influence“ zu präsentieren. Dies war zudem ein Forum, bei dem sich eine Auswahl von Schülern aus Island, der Türkei, den Niederlanden, Portugal und Deutschland zum ersten Mal traf und sich die Möglichkeit ergab Freundschaften zu entwickeln.

Befürchtungen, dass die Kontaktaufnahme durch die Sprachbarriere, englisch ist die Verkehrssprache, oder die unterschiedlichen Alterstufen behindert wären, zerstoben recht schnell, u.a. auch, weil gleich am ersten Tag des Aufenthalts eine Diskussion zu differenzierten Themengebieten des Gesamtthemas „Migration“  in kleinen, national vermischten Gruppen organisiert wurde. Die Hemmschwelle, sich in englischer Sprache zu äußern, wurde herabgesetzt, da deutlich wurde, dass alle mit dem Problem kämpften und man sich gegenseitig über andere sprachliche Verbindungen helfen konnte.

Eindrucksvoll war auch der Erfahrungsbericht mehrerer isländischer Migranten, die ihr Schicksal von Flucht, Traumatisierung, Integration oder Ausgrenzung  für alle erfahrbar machten und für Betroffenheit sorgten. Auch diese Vorträge wurden zu einem gemeinsamen Gesprächsthema, da die Fragen, wie die einzelnen Nationen mit Einwanderern und Flüchtlingen umgehen, welche Hilfen und welche Hindernisse ihnen begegnen, zentral auch in unserem Projekt angelegt sind.

Große Aufregung herrscht am Tag der Präsentation. Die Ausstellung der Ergebnisse musste fertig gestellt werden, der Auftritt auf der Bühne geprobt und natürlich wollten alle gleichzeitig ihre Darstellung vervollkommnen und die Technik beherrschen lernen. Aber es klappte dennoch alles!

Auf unterschiedliche Weise  wurde von den einzelnen Partnern eine Auswahl ihrer Arbeit präsentiert: Ein Teil dokumentierte die Umfrageergebnisse zu den Themen „Vorurteile“, „Flüchtlingspolitik“ und „Integration“. Andere hatten zur Präsentation  weitere Ideen entwickelt, wie zum Beispiel die portugiesische Gruppe. Sie zeigte in einem fulminanten Auftritt zum Ende der Veranstaltung die Vielfalt ihrer Bevölkerung durch Musik, Tanz, Kostüm und Speisen.

Unsere Repräsentanten aus dem 7. und 9. Jahrgang eröffneten die Veranstaltung mit Teilergebnissen unserer Arbeit. Vorgestellt wurden folgende Projektergebnisse: „Der Einbürgerungstest“, „Unsere Schule“ (Gartenheim), ein kurzes Hörspiel zum Thema Auswanderung, eine Powerpoint-Präsentation mit dem Titel „On the run“, die sich mit der deutschen Einwanderungspolitik beschäftigt, und der selbstgedrehte Spielfilm: „Die Flucht“. Die Schülerinnen und unser einziger Schüler zeigten sich auf der Bühne ruhig und gelassen, sie  trugen ihre Aussagen souverän und eindrucksvoll vor, von der Aufregung und der inneren Anspannung war während der Präsentation nichts zu bemerken.

Für uns Lehrerinnen war es schön zu sehen, mit welcher inneren Stärke sich die Schüler auf die neue Situation einließen, den Anforderungen nach den ersten bewältigten Ängsten wie selbstverständlich begegneten und den Aufenthalt in Island für sich nutzten und bewusst gestalteten.