Geschichtskurs 12 trifft Anita Lasker-Wallfisch

Holocaust-Überlebende im Gespräch mit Schülern

Am 15. Oktober 2018 durfte der Geschichtsleistungskurs von Herrn Manthey bei einem Zeitzeugengespräch mit der Holocaust-Überlebenden Anita Lasker-Wallfisch teilnehmen, die zu Beginn des Jahres 2018 im Bundestag eine Rede zum Gedenken an die Opfer des National­sozialismus gehalten hatte.

Bild und Video (über Link): Landeshauptstadt Hannover.

Die 93-jährige Anita Lasker-Wallfisch ist eine der wenigen heute noch lebenden Opfer der Nationalsozialisten. Sie wurde 1925 in Breslau als Tochter einer unreligiösen Familie deutsch-jüdischer Herkunft geboren. Mit etwa 17 Jahren wurden Anita und ihre Schwester nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Ein Großteil ihrer jüdischen Familie wurde durch die National­sozialisten ermordet.

Nur ihre Begabung für das Cello rettete Anita das Leben. Sie war einer der wenigen Mitglieder des Mädchen­orchesters in Auschwitz. Da dieses zur damaligen Zeit dringend eine Cellistin brauchte, bekam sie den lebens­rettenden Platz im Orchester. Im November 1944 wurde sie dann zusammen mit weiteren Musikerinnen des Auschwitz-Orchesters in das Konzentrations­lager Bergen-Belsen transportiert, das im April 1945 durch britische Truppen befreit wurde.

Anita Lasker-Wallfisch erzählte jahrelang nichts von ihren schrecklichen Erfahrungen, bis sie in den 1990er Jahren ihr Schweigen brach. Heute sieht sie es als eine Pflicht an, von ihren Erlebnissen zu berichten und erzählt daher vor allem jungen Leuten, wie uns an diesem Tag, ihre Geschichte.

Das Zeitzeugen­gespräch fing mit einem 45-minütigen Vortrag von Frau Lasker-Wallfisch und ihrer Tochter an. Danach folgte eine Fragerunde, auf die wir alle gespannt warteten. Trotz der sachlichen Vortrags­weise übermittelte Anita Lasker-Wallfisch eindrücklich die schrecklichen Geschehnisse in den Konzentrations­lagern Auschwitz und Bergen-Belsen. Ihre Erzählungen berührten uns Schüler sehr, und auch während der Fragerunde spürte man die nach­denkliche Stimmung.

Insgesamt waren wir froh, die Möglichkeit gehabt zu haben, eine Zeitzeugin zu treffen. Viele merkten nach dem Gespräch, dass es etwas anderes ist, die Geschehnisse von einer Betroffenen vermittelt zu bekommen anstatt über Schülerbücher.

Zum Schluss richtete die Zeitzeugin auch noch einen Appell an uns Jugendliche. Wir sollen dafür sorgen, dass so etwas Schreckliches nie wieder passiert, insbesondere mit Blick auf den „wiederaufblühenden“ Anitsemitismus.

Lea Schaper, Julia Zufall, Felizia Lorenzen

Mehr zum Thema: