Spiel den Luther – Theaterstück „Play Luther“ am 31. Oktober

Leibnizschule und Lister Johannes- und Matthäusgemeinde kooperieren

Eine „staub­freie Geschichts­stunde“ ver­sprechen die beiden Schau­spieler Lukas Ullrich und Till Florian Beyer­bach allen Zu­schauern ihrer Pro­duktion über Martin Luther und die Reforma­tion. Gemein­sam bilden sie die Theater­gruppe „Eure Formation“.

Am Re­for­mations­tag, Montag, den 31. Oktober 2016 ist ihr von Dramaturg und Regisseur Uwe Hoppe ver­fasstes musikalisches Theater­stück „Play Luther“ von 19.00 Uhr an in der Lister Matthäus­kirche, Wöhler­straße 13 zu sehen und zu hören. Die Vorstellung ist AUSVERKAUFT. Es gibt noch Restkarten an der Abendkasse ab 18.00 Uhr.

Die Auf­führung dauert 90 Minuten, der Eintritt kostet sieben Euro, ermäßigt vier Euro. Die Schüler­innen und Schüler der Leibniz­schule von der neunten Klasse an sehen das Stück in einer Sonder­vor­stellung bereits am Vormittag. Möglich wurde das durch eine Koopera­tion zwischen Lister Johannes- und Matthäus­ge­meinde und Leibniz­schule sowie durch Förder­mittel der Hanns-Lilje-Stiftung, der Landes­kirche Hannover und des Leibniz­forums.

Zum Auf­takt des Luther­jahres 2017, das am Re­for­mationstag 2016 deutsch­land­weit er­öffnet wird, lädt dieses Stück dazu ein, über die Be­deutung der re­for­ma­torischen Ein­sichten für unsere Ge­sell­schaft nach­zu­denken, findet Pastorin Henrike Müller. Gemein­sam mit Geschichts- und Religions­lehrer Axel Ehlers von der Leibniz­schule hat sie das Projekt initiiert. Der Pädagoge lobt die ge­lungene Koopera­tion zwischen Schule und Kirchen­ge­meinde und sieht in der Auf­führung neben dem theater­ästhetischen Er­leb­nis einen zusätzlichen Mehr­wehrt für seine Schüler: „Im Geschichts­abitur ist die Re­for­mation Prüfungs­stoff. Die Inszenierung er­öffnet unseren Schülern einen anregenden Zu­gang zu dieser meist eher fremden Epoche.“ An der Leibniz­schule unter­stützen neben den Geschichtslehrern auch die Fach­gruppen Religion, Werte und Normen, Deutsch und Dar­stellendes Spiel die Ver­an­staltung.

Die 2014 ur­auf­ge­führte Inszenierung ver­bindet Ge­schichte und die heutige Zeit sowohl inhaltlich als auch musikalisch mitein­ander. Bio­grafische Momente aus Luthers Leben werden szenisch erzählt, beispiels­weise der Ent­schluss Mönch zu werden, der Reichs­tag zu Worms oder die Über­setzung der Bibel. Fiktive Szenen kommen hinzu, etwa eine Be­gegnung Luthers mit dem gewalt­bereiten Theologen Thomas Müntzer aus dem Bauern­krieg, die zur Reflexion über das Verhältnis von Religion und Gewalt in Ver­gangen­heit und Gegen­wart an­regt. Dabei verzichten die Schau­spieler auf moralische Be­lehrung und spielen oft mit einem Augen­zwinkern. Luther wird weder ver­herr­licht noch pauschal ver­dammt, das kritische Urteil der Zuschauer ist gefordert.

Aus­ge­wählte Luther­lieder bilden eine musikalische Brücke zwischen den Spiel­szenen. Sie wurden unter der Leitung von Andrew Zbik zeit­ge­mäß neu vertont, unter anderem als Elektropop, Reggae oder Volks­lied. E-Schlagzeug und E-Piano treffen auf die 500 Jahre alte Sprache Luthers. Die Musik schafft damit einen neuen Zugang zu Luthers kraft­voller Dichtung, die bis heute die deutsche Sprache prägt.

Das Bühnen­bild entsteht im Laufe des Abends aus Drei­ecken. Sie symbolisieren die christliche Vor­stellung von der Drei­faltig­keit. Aus ihnen entsteht ein stetig wachsender, sich verändernder Raum, der für die Ent­wicklung von Luthers Glaubens­welt ebenso wie auch für den stetigen Wandel von Kirche und Gesell­schaft stehen kann. Es sei eine Kern­aus­sage Luthers, „dass die Gesell­schaft und die Gemeinde sich immer weiter­ent­wickeln muss“, so die Akteure.

Für die Abend­vor­stellung um 19.00 Uhr gibt es nur noch Restkarten an der Abendkasse ab 18.00 Uhr. Vor­be­stellungen sind nicht mehr möglich.

Fotos: © Joris Haas/Eure Formation.