Geflohen, vertrieben - angekommen!?

Ausstellung über Gewaltmigration in der Aula

„Diese Ausstellung befasst sich mit einem sehr aktuellen Thema, das uns alle angeht“, sagte Schul­leiterin Monika Rosner anlässlich der Eröffnung einer Poster­aus­stellung des Volks­bundes Deutsche Kriegs­gräber­fürsorge am Dienstag, den 13. Februar 2018.

Gut 70 Leibnizer aus Geschichts- und Politikkursen des elften und zwölften Jahrgangs waren zur Eröffnung in die Aula gekommen und nutzten die Gelegenheit, sich über Gewaltmigration im 20. und 21. Jahrhundert zu informieren. Für viele ist das Thema Prüfungsstoff im Abitur, so dass die Ausstellung auch Anlass zur Wieder­holung von Unterrichts­inhalten sein kann.

Coskun Tözen, Bildungs­referent des Volks­bundes in Hannover, verwies auf die bewährte Kooperation zwischen der Leibniz­schule und dem Volks­bund, die sich auch in der Ausstellung nieder­geschlagen habe: Eine Stellwand befasst sich mit dem Kinder­friedhof beim Landheim der Leibniz­schule in Nienstedt, für den Schülerinnen ein Denkmal entworfen hatten. Unter anderem wurden in Nienstedt Kinder osteuropäischer Zwangs­arbeiterinnen bestattet, die während des Zweiten Weltkrieges in Deutsch­land arbeiten mussten.

In sechs Kapiteln stellt die Poster­aus­stellung Aspekte von Migrations­pro­zessen vor, die durch Gewalt verursacht werden. Flucht und Vertreibung im Umfeld des Zweiten Weltkrieges, die anschließende Integration der Vertriebenen in West­deutsch­land, der Zuzug und der Alltag von „Gast­arbeitern“ im Nach­kriegs­deutsch­land sowie gegenwärtige Flucht­be­wegungen, wie beispiels­weise aus dem Bürgerkrieg in Syrien, werden thematisiert.

Es sei wichtig, so Tözen, aus der Vergangen­heit Schlüsse zu ziehen, um die Heraus­forderungen der Gegenwart zu bewältigen. Historische Bildungsangebote zu schaffen sei daher eine wichtige Aufgabe des Volks­bundes, der nicht nur Kriegsgräberstätten in ganz Europa betreue, sondern Jugendlichen auch Möglichkeiten der Mitgestaltung von Erinnerungsarbeit biete.

Die Ausstellung ist in der Aula noch bis Freitag, den 23. Februar 2018 zu sehen. Lerngruppen können sie während der Unterrichts­zeit nutzen. Gruppen von anderen Schulen oder Einzelbesucher können bei Interesse per axel [dot] ehlers [at] leibnizschule-hannover [dot] eu (E-Mail )einen Besuchs­termin vereinbaren.

Axel Ehlers