„Mensch gegen Mensch“

Elftklässler erinnern an Opfer des Holocaust. Band „Paralyzed“ präsentiert Song zum Thema

Am Montag, den 29. Januar 2018 erinnerte unser Geschichtskurs unter der Leitung von Herrn Hollmann in einer Aulaveranstaltung mit dem zehnten und elften Jahrgang an die Opfer des Nationalsozialismus. Der Zeitzeugenbericht des Holocaust-Überlebenden Henry Korman spielte dabei eine besondere Rolle.

Das Publikum wurde von unseren Moderatorinnen Inka und Jacqueline begrüßt, die kurz erklärten, was der Holocaust überhaupt ist und eine kurze Diskussion über den Holocaust-Gedenktag führten, damit auch jeder wusste, worum es an diesem Tag geht. Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz von der Roten Armee befreit. Darum wird um den 27. Januar herum jährlich der Opfer des Nationalsozialismus gedacht.

Um zu demonstrieren, wie umfassend die Ermordung der Juden durch die Nationalsozialisten war, wurden unter einigen Sitzen in der Aula Zettel mit der Aufschrift: „Du hast überlebt!“ befestigt. Alle Schülerinnen und Schüler, die einen solchen Zettel unter ihrem Stuhl fanden, standen auf. Wer keinen Zettel hatte, blieb sitzen. So entstand ein Eindruck davon, wie viele europäische Juden im Holocaust ermordet wurden.

Es folgte ein digitales Zeitzeugen-Interview mit Henry Korman. Zu Fragen von Inka und Jacqueline wurden Antworten Kormans aus einem 2013 aufgenommenen Interview eingespielt. Henry Korman ist der letzte Überlebende des KZ Hannover-Mühlenberg. Er war unter anderem Häftling im Lager Auschwitz und gelangte gegen Kriegsende nach einem sogenannten „Todesmarsch“ in das KZ Bergen-Belsen. Völlig entkräftet hatte er dort mit seinem Leben schon abgeschlossen, als er im April 1945 die Befreiung des Lagers erlebte. In dem Moment habe er sich gefühlt, als würde ein Engel zu ihm sagen: „Du darfst leben“, berichtet Korman.

Ein Theaterstück – vorgetragen von Jannik und Piet – verdeutlichte das Stufenmodell der Radikalisierung während des Nationalsozialismus. So sollte veranschaulicht werden, wie es zu Ausgrenzung, Entrechtung und Ermordung er Juden kam. Ohne die Gleichgültigkeit sehr vieler Menschen ist das nicht zu erklären.

Extra für die Gedenkstunde hatte die Band „PARALYZED“ (Anna Sack, Marie Liepa, Lia Geßner, Jula Kühl, Mareen Pospisil) einen eigenen Song geschrieben („Mensch gegen Mensch“), den sie auf der Bühne erstmals vorstellte. Er wurde von unseren Mitschülern begeistert aufgenommen.

Und um zu zeigen, dass es auch Menschen gab, die aktiv gegen die Regierung und gegen das nationalsozialistische Gedankengut vorgingen, indem sie zum Beispiel Flugblätter verteilten oder Anschläge auf Hitler und die Regierung verübten, stellten wir schließlich einige solcher Wider­stands­kämpfer vor, wie zum Beispiel Georg Elser, Pater Alfred Delp oder die Geschwister Scholl.

Abschließend fasste Christian in einer Rede zusammen, was wir aus der Erinnerung an den Nationalsozialismus für die Zukunft lernen konnten. Unter anderem sagte er, es sei wichtig, Individualität und Andersartigkeit zu tolerieren und zu respektieren. Die Gedenkstunde endete mit einer Schweigeminute und einem bewegenden Posaunenspiel von Piet Wolter.

Selina Werner, Jg. 11

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