„Krieg und Menschenrechte“ – Ausstellung in der Aula eröffnet

Ausstellung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge noch bis zum 30. Mai zu sehen

Im Beisein des Geschichts-Prüfungs­kurses 11 von Geschichts­lehrer Axel Ehlers und der Klasse 10c wurde am Donnerstag, den 18. Mai 2017 in der Aula der Leibniz­schule die Ausstellung „Krieg und Menschen­rechte“ des Volks­bundes Deutsche Kriegs­gräber­fürsorge e.V. eröffnet.

Schulleiter Kurt Veith begrüßte die Schüler­innen und Schüler sowie Ottmar Strehler, Bezirks­geschäfts­führer des Volks­bundes, und Coskun Tözen, Bildungs­referent des Volks­bundes in Hannover. Er betonte den Beitrag der Aus­stellung für eine Erinnerungs­kultur, die vor allem zur Verhinderung weiterer Kriege beitragen möge. Dass die junge Generation in Europa bisher von kriegerischen Ausein­ander­setzungen weitgehend verschont geblieben sei, müsse auch für die Zukunft ein erklärtes Ziel sein. Die Leibniz­schule trage zum Beispiel durch Austauschfahrten mit Polen ihren Teil dazu bei, dass das Bewusstsein für den Wert eines gemeinsam ge­stal­teten friedlichen Europas weiter wachsen könne. Außerdem verwies Veith auf die aktive Beteiligung der Schule an der Neu­gestaltung des Kinder­fried­hofs in Nienstedt, der im Jahr 2015 offiziell als Kriegs­gräber­stätte eingeweiht worden war. Das Projekt eines Kunst­kurses war durch den Volks­bund pädagogisch und inhaltlich umfang­reich begleitet worden.

Mit der provozierenden Frage, ob der Volks­bund Deutsche Kriegs­gräber­fürsorge nicht etwas ange­staubt sei, übergab Herr Veith das Wort an die Vertreter des Volks­bundes, die diese Frage anschaulich beant­worteten. Herr Tözen verwies auf das drängende Problem, dass Augen­zeugen des Zweiten Weltkrieges inzwischen kaum noch lebten und dass Denk­mäler mit Geschichts- und Erinnerungstafeln hier eine Lücke des kulturellen Gedächt­nisses schließen könnten. So würden Kriegs­gräber zu Lernorten der Erinnerungs­kultur.

Die andauernde Aktualität des Arbeit des Volks­bundes ergebe sich zudem daraus, dass erst nach der Wende von 1989 die Moskauer Archive zu­gäng­lich wurden und zigtausende neue Informationen für den Westen zugänglich machten. Die zentrale Aufgabe des Volks­bundes, Kriegs­gräber deutscher Soldaten im Ausland zu finden, zu sichern und zu pflegen, ist ein staatlicher Auftrag, der durch die Bundes­regierung erteilt ist. Dazu gehört auch, Anlauf­stelle zu sein, wenn Ange­hörige nach gefallenen und vermissten deutschen Soldaten suchten. Für diese Gräber­suche ko­ope­riert der Volksbund mit anderen welt­weiten Such­diensten.

Die Schülerinnen und Schüler konnten ihre Kenntnisse über den Ersten und Zweiten Weltkrieg geschickt einbringen, als es darum ging, die Allge­meine Erklärung der Menschenrechte historisch zu verorten und von der Gründung des Deutschen Roten Kreuzes über den Völkerbund bis hin zur Entstehung der Vereinten Nationen (UN) einen roten Faden her­zu­stellen.

In der anschließenden Begehung der Posterausstellung ergaben sich zahlreiche Möglichkeiten für die Schülerinnen und Schüler, bisher er­worbenes Geschichts­wissen zu vertiefen. An den präsentierten Biografien wurde deutlich, was der Einzelne durch – zugegeben außer­gewöhnlichen Einsatz – an Beitrag leisten kann, um sich für das Recht auf Leben und die Freiheit aller einzusetzen. Beispielhaft sei auf Anton Schmid und Raoul Wallenberg verwiesen, die für die Menschen­rechte der jüdischen Be­völke­rung im national­sozialistischen Deutschland kämpften.

Nachfragen der Schülerinnen und Schüler fanden im Anschluss an die Begehung in Kleingruppen mit den Referenten statt, so dass das ge­weckte Interesse gewinnbringend vertieft werden konnte. Hier wurde unter anderem der Frage nachgegangen, was mit aktuell verstorbenen Flücht­lingen, die Zuflucht in Europa suchten, passiere. Auch ihnen werde nach geltendem Recht als Kriegsflüchtling ein Grab zugestanden, für dessen Pflege der Volksbund einstehe.

Die Ausstellung begleitet thematisch die Aufführungen der Theater-AG 9-12 am Montag, den 22. Mai und am Dienstag, den 23. Mai und ist noch bis zum 30. Mai 2017 in der Aula der Leibnizschule zu sehen. Inter­es­senten von außerhalb der Schule können über Herrn Ehlers einen Termin vereinbaren (axel [dot] ehlers [at] leibnizschule-hannover [dot] eu (E-Mail)).

Für die Organisation dieser Ausstellung an der Leibnizschule sei Herrn Ehlers herzlich gedankt!

Annette Gudsuzian