Paul Marquordt Fünfter beim Landeswettbewerb „Jugend debattiert“

Vorzügliche Leistung des Leibnizers im Landtag

Insgesamt 56 Schul­sieger aus ganz Nieder­sachsen be­stritten am Diens­tag, dem 7. März 2017, die Landes­runde des Wett­be­werbs „Jugend debattiert“. Im pro­vi­sorischen Plenar­saal des Nieder­säch­sischen Land­tags sollten die besten Debattanten er­mittelt werden. Den Erst­platzierten in den beiden Alters­stufen winkte die Teil­nahme am Bunde­sfinale in Berlin.

Von der Leibnizschule trat in diesem Jahr Paul Marquordt aus der 9b in der Altersstufe I an. Für die Altersstufe II hatte sich aus unserem Regio­nal­ver­bund Charlotte Kleemann von der Helene-Lange-Schule qualifi­ziert. Mit einem Lob der Debatten­kultur eröffnete Landtagspräsident Bernd Busemann den Wett­be­werb. Nachdrücklich wies er auf die Wichtig­keit qualifizierter Debatten gerade in politisch bewegten Zeiten hin. Und schon ging es los.

In der Hinrunde der Altersgruppe I, in der 28 Teil­nehmer an den Start gingen, lautete die Streit­frage: „Soll in Nieder­sachsen eine Katzen­steuer einge­führt werden?“ Paul debattierte auf der Contra-Seite und machte seine Sache hervor­ragend, was sich auch am Ende in den Bewertungen ablesen ließ. Es war erstaunlich zu sehen, wie viele Facetten doch die Frage nach der Katzen­steuer enthielt. Zur Sprache kamen hier zum Beispiel auf der Pro-Seite der Killer­instinkt des Wild­tiers Katze, mit dem es die heimischen Sing­vögel dezimiere, aber auch die Bedeutung von Katzen als „Familien­mitglied“, deren Haltung gerade sozial schwächeren Familien durch eine Steuer erschwert werden könnte, wie die Contra-Seite argu­men­tierte. Ob eine Katzen­steuer die Probleme, die vor allem durch freilaufende Katzen verursacht werden, wirklich lösen könnte oder nur den Steuer­sack der Kommune füllen würde, blieb am Ende offen.

Die Rückrunde befasste sich mit der Frage: „Sollen zum Eurovision Song Contest auch Beiträge mit politischem Inhalt zuge­lassen werden?“ Nach dem Sieg der Ukrainerin Jamala hatten sich das im letzten Jahr bereits viele gefragt, und vor allem Russland hatte mit seiner Ankündigung, eventuell nicht mehr am Eurovision Song Contest teilzu­nehmen, da es sich durch den Beitrag brüskiert fühlte, Diskussionen in Richtung der Streit­frage losgetreten. Für Paul, diesmal auf der Pro-Seite, stellten sich nun aber erstmal ganz andere Fragen; denn sein Debatten­partner tauchte nicht auf und erst kurz vor Beginn der Debatte stellte sich heraus, dass er krankheits­bedingt hatte abreisen müssen. Nach einigem Hin- und Her fand sich aber eine Schülerin, die ein­springen konnte, und Paul gewann trotz der widrigen Umstände auch diese Debatte!

Dann galt es bei guter Verpflegung auf das Gesamt­ergebnis der Quali­fikations­runden zu warten. Keine Frage, Paul hatte stark debattiert. Würde das für die abschließende Final­debatte reichen, in der es um den Platz im Bundes­finale ging? Insgesamt 79 Wertungs­punkte konnte Paul aus beiden Debatten mitnehmen. Damit kam er äußerst knapp auf den fünften Platz. Ein Punkt mehr, und er hätte im Finale gestanden. Selbst der Erste der Qualifikation hatte nur drei Punkte mehr. Knapper ging es nicht. So haarscharf das Finale zu verpassen, war einerseits natürlich ent­täu­schend, zumal Paul beide Qualifi­kations­debatten gewonnen hatte und auf die Streit­frage der Final­debatte, ob an öffentlichen Schulen in Nieder­sachen Spezial­klassen für besonders leistungs­starke Schüler ein­ge­richtet werden sollten, sehr gut vorbereitet war. Andererseits ist der fünfte Platz auf Landesebene aber eine ganz hervor­ragende Platzierung, die Lust auf mehr macht.

Am Ende war es ein spannender Tag und ein tolles Erlebnis im Landtag dabei zu sein und zu sehen, mit wie viel Elan, Spaß und Energie alle bei der Sache waren. Im Grunde waren alle, die im Landtag am Wett­be­werb teil­nehmen konnten, bereits Sieger, denn sie hatten sich schon durch viele Debatten­runden gekämpft und durch ihren Einsatz und ihre Bereit­schaft gezeigt, dass es sich lohnt, sich im Debattieren zu üben, weil es einen selbst voran­bringt und eben auch Spaß macht, was bei den Schülern im Landtag eindeutig zu erkennen war. Und im nächsten Jahr haben alle wieder eine neue Chance, sich für das Bundesfinale zu qualifizieren. Debattieren kann man aber natürlich auch so außerhalb der offiziellen Wett­be­werbs­zeiten!

Lena Ebel